Virtuelle Zähler

Die Software ermöglicht es, virtuelle Zähler zu erstellen. Virtuelle Zähler werden aus den Messreihen oder Kennzahlen realer oder anderer virtueller Zähler auf Basis einer Bildungsvorschrift berechnet. Virtuelle Zähler können, genauso wie reale Zähler, mehrere Zählwerke (anders: Eigenschaften) haben.

Bildungsvorschrift von virtuellen Zählern

Bildungsvorschriften für die Berechnung der Eigenschaften von virtuellen Zählern können durch die Verkettung von Zählerblöcken erstellt werden (siehe schematische Darstellung in Abbildung 1). Jeder Zählerblock referenziert dabei jeweils einen realen oder virtuellen Zähler (2). Durch die Vergabe eines Vorzeichens (1) kann jeweils festgelegt werden, ob der Zählerblock als Summand oder als Subtrahend in die Berechnung einfließt. Zusätzlich lässt sich für jeden Zählerblock auch ein einheitenloser Faktor (3) festlegen.

Schematische Darstellug der Bildungsvorschrift von virtuellen EigenschaftenAbbildung 1: Schematische Darstellung der Bildungsvorschriften von virtuellen Eigenschaften

Editor für virtuelle Zähler

Erläuterung der Benutzeroberfläche

Der Editor basiert auf dem in Abbildung 1 dargestellten Schema. Zählerblöcke werden darin jedoch in vertikaler Anordnung verkettet. Bei der Erstellung eines neuen Zählers sind zunächst die Stammdaten (siehe Nr. 2 bis 2c in Abbildung 2) zu erfassen. Im Abschnitt "Eigenschaften" des Editors lassen sich jeweils Bildungsvorschriften für die Zählwerke (anders: Eigenschaften) des virtuellen Zählers hinterlegen.

Die Abbildung zeigt einen bereits konfigurierten virtuellen Zähler mit einem Zählwerk, und zwar den berechneten Energiekosten eines Standortes. Die Detaildarstellung der Bildungvorschrift (siehe Nr. 4 in Abbildung 2) zeigt, dass die Kosten sich aus der Addition den Kosten der Wärmeenergieversorgung und den Kosten für die Stromlieferung des Standortes ergeben. Die einzelnen Konfigurationsschritte des Zählers sind im folgenden Abschnitt "Anlegen von virtuellen Zählern" in einer Kurzanleitung zusammengefasst.

Editor für die Anlage von virtuellen ZählernAbbildung 2: Editor für die Anlage von virtuellen Zählern und die Festlegung von Bildungsvorschriften

Erläuterung der Indizes in Abbildung 2
Nr. Element/Attribut Erläuterung
1 Schließen Beendet den Prozess und kehrt zurück zur Startseite
2 Stammdaten Stammdaten des virtuellen Zählers
2a Bezeichnung Bezeichnung, unter welcher der virtuelle Zähler im Frontoffice der Software angezeigt wird
2b Bescheibung Optional: Beschreibung des virtuellen Zählers. Hier können bei Bedarf Angaben zur Berechnung gemacht werden.
2c Identifikations-Nr. Eindeutige Identifikationsnummer des Zählers. Die ID muss mindestens 8, maximal jedoch 30 Zeichen haben. Es können Zahlen und Buchstaben verwendet werden. Die ID ist nicht nachträglich änderbar.
3 Eigenschaften Berechnete Zählwerke (anders: Eigenschaften) des virtuellen Zählers
3a
Bezeichnung der Eigenschaft Bezeichnung der Eigenschaft (kann individuell vom Benutzer festgelegt werden). Die Bezeichnung ist nachträglich nicht editierbar.
3b
Physikalische Einheit Physikalische Einheit der Eigenschaft. Die physikalische Einheit wird von den in der Bildungsvorschrift referenzierten Zählern bzw. Eigenschaften bestimmt.
3c
Ein-/Ausblenden Blendet die Details der Bildungsvorschrift der Eigenschaft ein oder aus.
3d
Kopieren Erzeugt eine neue Eigenschaft mit der gleichen Bildungsvorschrift. Die Kopie ist editierbar.
3e
Bearbeiten Startet den Beabeitungsmodus der Bildungsvorschrift der gewählten Eigenschaft.
3f
Löschen Löscht die gewählte Eigenschaft.
4
Bildungsvorschrift Detailansicht der Bildungsvorschrift der gewählten Eigenschaft des virtuellen Zählers
4a
Formel Schematische Darstellung der Bildungsvorschrift unter Berücksichtigung der in den Zählerblöcken (siehe 4b) festgelegten Vorzeichen.
4b
Zählerblock Zählerreferenz mit Index, Vorzeichen und Faktor
4c
Zähler Referenzierter realer oder virtueller Zähler
4d
Vorzeichen Vorzeichen ("+" oder "-") des Zählerblocks. Das Vorzeichnen bestimmt, ob der Zählerblock als Summand oder als Subtrahend fungiert. Die Ausgabe der Formel (siehe 4a) erfolgt in Abhängigkeit des hier festgelegten Vorzeichens des Zählerblocks.
4e
Eigenschaft Ausgewähltes Zählwerk des referenzierten realen oder virtuellen Zählers
4f
Faktor Einheitenloser Faktor
5
Eigenschaft hinzufügen Erzeugt eine neue Eigenschaft des virtuellen Zählers
6
Speichern Speichert den virtuellen Zähler und die Einstellungen des Zählers

Grundregeln bei der Erstellung von virtuellen Zählern

  1. Jeder virtuelle Zähler muss mindestens ein Zählwerk (Eigenschaft) besitzen.
  2. Es dürfen nur Zählwerke (Eigenschaften) mit gleichen physikalischen Einheiten addiert und/oder subtrahiert werden.
  3. Es dürfen mehrere Zählwerke (Eigenschaften) eines Zählers (z.B. HT- u. NT-Verbrauch) in Bildungsvorschriften verwendet werden.
  4. Es können Messwerte und berechnete Kenngrößen (z.B. EnPIs) in Bildungsvorschriften verwendet werden.
  5. Es können Zählwerke (Eigenschaften) von anderen realen und/oder virtuellen Zählern in Bildungsvorschriften verwendet werden.
  6. Virtuelle Zähler sind für alle übergeordneten Benutzer sichtbar.

Anlegen von virtuellen Zählern

Berechtigung zur Verwaltung von virtuellen Zählern

Standardmäßig besitzt ausschließlich der Frontoffice-Administrator die Berechtigung, virtuelle Zähler zu verwalten. Die Berechtigung kann in der Benutzerverwaltung durch Zuweisung der entsprechenden Prozessberechtigung an Unternutzer vererbt werden. Für betreffende Unternutzer muss durch Zuweisung der entsprechenden Benutzerrolle der Zugriff auf die Verwaltungsebene "Objektverwaltung" sichergestellt sein.

Kurzanleitung

Neue virtuelle Zähler lassen sich in der Administrationsebene "Objektverwaltung" erstellen (siehe Abbildung 3).

Aufruf der Konfigurationsebene Abbildung 3: Aufruf der Konfigurationsebene "Objektverwaltung"

Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt anhand eines Beispiels die weiteren Konfigurationsschritte bei der Erstellung eines virtuellen Zählers mit einer einfachen Bildungsvorschrift. Im Beispiel wird ein virtueller Zähler erstellt, der den Gesamtenergieverbrauch eines Standortes berechnet und abbildet. In der Bildungsvorschrift des entprechenden Zählwerkes (hier: "Energieverbrauch in kWh) wird dazu jeweils der von einem Stromzähler erfasste Elektroenergieverbrauch (in kWh) mit dem von einem Wärmemengenzähler erfassten Thermischen Energieverbrauch (in kWh) des Standortes addiert.

Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Beispiel

Objektansicht in der Objektverwaltung

1. Konfiguration öffnen

Zunächst die Administrationsebene „Objektverwaltung“ öffnen und dann in der Objektansicht im Objektbaum ein Verzeichnis auswählen.

Anschließend über das Kontextmenü (rechter Mausklick) die Option „Neue Virtuelle Messstelle“ wählen.

Konfigurationsmaske: Stammdaten erfassen

2. Stammdaten erfassen

In der Konfigurationsmaske zuerst die Zählerstammdaten festlegen - und zwar (1) die Bezeichnung, unter welcher der virtuelle Zähler in der Sofware angezeigt wird, (2) optional eine Kurzbeschreibung des virtuellen Zählers und (3) die eindeutige Identifikationsnummer des virtuellen Zählers.

Konfigurationsmaske: Eigenschaft benennen

3. Eigenschaft des virtuellen Zählers benennen

Nun eine Bezeichnung für die zu berechnende Eigenschaft des virtuellen Zählers (hier: Energieverbrauch in kWh) festlegen. Das Ergebnis der in den folgenden Schritten festgelegten Bildungsformel wird stets unter dem hier vergebenen Namen angezeigt. Anschließend "Hinzufügen" wählen, um fortzufahren.

Hinweis: Der initial vergebene Anzeigename der virtuellen Eigenschaft ist später nicht mehr änderbar.

Objektauswahl im Objektbaum

4. Zähler auswählen

In der Objektauswahl sind nun die Zähler auszuwählen, die bei der Berechnung der virtuellen Eigenschaft zu berücksichtigen sind.

Im Beispiel soll der Wärmeverbrauch und der Elektroenergieverbrauch eines Standortes zusammengefasst und daraus dann der Gesamtenergieverbrauch berechnet werden. Somit erfolgt die Auswahl der Hauptmessungen für Strom und Wärme des Standortes.

Konfigurationsmaske: Eigenschaft auswählen

5. Eigenschaft auswählen

Die zuvor markierten Zähler werden automatisch in den Editor geladen. Wählen Sie bei einem der referenzierten Zähler eine Kenngröße aus, die bei der Berechnung verwendet werden soll. Im Beispiel wird der Wirkenergieverbrauch (gemessen in kWh) des Stromzählers gewählt. Der Editor sucht automatisch nach einer kompatiblen Kenngröße des Wärmezählers und findet die Messgröße "Wärmeenergie" (gemessen in kWh). Bestätigen Sie die Sicherheitsfrage, um die passende Eigenschaft des Wärmezählers zu übernehmen.

Konfigurationsmaske: Speichern der Eigenschaft

6. Einstellungen prüfen und Eigenschaften speichern

Im Editor kann nun für jede Messreihe das Vorzeichen sowie ein einheitenloser Multiplikator festgelegt werden. Im Beispiel erfolgt eine Addition des Elektroenergie- und Wärmeverbrauchs. Die Bildungsvorschrift der neu konfigurierten Eigenschaft wird unter (2) ausgegeben. Die physikalische Einheit (1) wird automatisch aus den referenzierten Messreihen übernommen. Die neu konfigurierte Eigenschaft lässt sich mit der Schaltfläche (3) speichern.

Konfigurationsmaske: Virtuellen Zähler speichern

7. Zähler speichern

Optional lassen sich mit der Schaltfläche (1) weitere berechnete Eigenschaften des virtuellen Zählers hinzufügen (z.B. die Gesamtenergiekosten des Standortes). Die Konfiguration des virtuellen Zählers kann final mit der Schaltfläche (2) gespeichert werden.

Versionsnummer
1.4 (2022-03-15)